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UNHCR über Save-Me, 22.12.2008

'Save me!' mobilisiert für Flüchtlingsschutz in Deutschland

Berlin - Ein breites Organisationsbündnis von UNHCR-Partnern setzt sich bereits in 18 deutschen Städten und Regionen verstärkt für die Aufnahme von Flüchtlingen ein. Seit Juni 2008 ist auch Berlin dabei. Unter dem Motto 'Save me! - Eine Stadt sagt ja! Sei offen! Sei Berlin!' unterstützen bis heute 143 Botschafter die Kampagne. "Es müssen noch mehr werden", fordert Jens-Uwe Thomas vom Flüchtlingsrat Berlin.

'Save me!' will Flüchtlinge aus schwierigen Lebensverhältnissen nach Deutschland holen. Die Idee von "Resettlement" oder "Neuansiedlung" ist nicht neu: Seit vielen Jahren stellen die USA, Kanada, Schweden, Dänemark oder die Niederlande jährliche Quoten für die Aufnahme von Flüchtlingen bereit, die sich nicht nach Bildungsgrad oder Religion des Einzelenen sondern an der Dringlichkeit des Schutzbedürfnisses der Betroffenen orientieren soll. 

Deutschland ist bislang kein Resettlementstaat und nun machen die Städte mobil. Die Idee von 'Save-me!' ist es, eine Bewegung von unten zu initiieren, aus den Städten und Gemeinden heraus. Denn eine informierte und aufgeschlossene Bevölkerung ist die beste Grundlage für die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und eine entsprechende Politik, wissen die Veranstalter.

In München scheint die Kampagne überaus erfolgreich. Zum 850-jährigen Stadtjubiläum soll die bayerische Landeshauptstadt 850 Flüchtlinge aus einer aktuellen Krisenregion aufnehmen, so die Forderung, um ihnen einen Neuanfang in Sicherheit möglich zu machen. Auch Schwerin, Bad Kreuznach, Tübingen, Rostock, Frankfurt/Main, Dresden und Arnstadt haben 'Save me!'-Kampagnen initiiert. Mit unterschiedlichem Erfolg.

"Die Breitenwirkung kann tatsächlich noch besser werden", so das erste Halbjahres-Fazit von Jens-Uwe Thomas vom Flüchtlingsrat Berlin, "aber mit unserem politischen Einfluss sind wir zufrieden. Der Berliner Senat und das Abgeordnetenhaus von Berlin sollten dem Vorbild von München möglichst schnell folgen", so sein Wunsch.

Deutschland will im nächsten Jahr 2.500 besonders schutzbedürftige
irakische Flüchtlinge aufnehmen. "Das ist zwar ein erster Schritt, aber unzureichend", klagt Thomas. "Auch vor dem Hintergrund des Aufnahmekontingents von 10.000 Flüchtlingen für die gesamte EU und angesichts von mehr als zwei Millionen Irakern in den Erstaufnahmestaaten Syrien und Jordanien, von denen viele in gefährlicher Situation leben müssen."

In München wurde 'Save me!' vom Stadtrat sehr aktiv unterstützt und kommt auf fast 1.000 Paten, die die Kampagne unterstützen. Gelingt es jetzt, in Berlin eine ähnliche Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern zu mobilisieren und die Politik von der Notwendigkeit einer Neuansiedlung der Menschen zu überzeugen, dann werden sich auch andere Kommunen und skeptische Bundes- und Landespolitiker mitreissen lassen, ist Thomas überzeugt. "Mit einer bundesweiten 'Save-me!'-Kampagne können auch die Innenminister für dieses Anliegen gewonnen werden."

In lokalen Bündnissen sollen die Themen Resettlement und Flüchtlingsschutz in die Öffentlichkeit getragen und eine möglichst breite gesellschaftliche Basis gewonnen werden, so Thomas’ Idee. 143 Berlin-Botschafter sind zu wenig. Kreativ und konkret soll für die Aufnahme von Flüchtlingen geworben werden - mit dem Ziel des Bekenntnisses der Stadt zur Aufnahme von Flüchtlingen vor Ort.

"Unserer Meinung nach muss ein ernsthaftes Resettlement-Programm regelmäßig erfolgen und nicht auf einmalige Aktionen und auf irakische Flüchtlinge beschränkt bleiben", fordert Thomas, "wir möchten dass dieses Thema im nächsten Jahr, wenn die Bundestagswahlen stattfinden, ein Thema ist. Wir möchten erreichen das Resettlement im Abgeordnetenhaus diskutiert wird."

Die 'Save me!'-Kampagnen werden unter anderem von PRO-ASYL, Amnesty International, den Flüchtlingsräten, der Arbeiterwohlfahrt dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche sowie persönlich durch Bischof Dr. Wolfgang Huber und Georg Kardinal Sterzinsky unterstützt. 

 

Orsolya Imecs für UNHCR

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