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PE zum Start der Save-Me Frankfurt Kampagne, 02.12.2008

Save-Me Frankfurt: Eine Stadt sagt ja!

Lokale Initiative zur Aufnahme von Flüchtlingen gegründet
Erste hessische Initiative in bundesweitem Save-Me Netzwerk
Veranstaltung am 4. Dezember in Frankfurt




Am Montag, dem 1. Dezember wurde in Frankfurt eine lokale Save-Me Kampagne zur Aufnahme von Flüchtlingen ins Leben gerufen. Frankfurt ist damit die erste hessische Kommune, die an der bundesweiten Save-Me Kampagne teilnimmt. Mit der Kampagne soll die Bundesregierung aufgefordert werden, sich an einem Aufnahmeprogramm für Flüchtlinge des UNHCR zu beteiligen. Hierfür sollen unter anderem mit lokalen Save-Me Kampagnen auf kommunaler Ebene Zeichen gesetzt werden.

„Mit der Kampagne möchten wir den Verantwortlichen in Berlin zeigen, dass auf lokaler Ebene eine große Bereitschaft besteht, Flüchtlinge aufzunehmen“, erklärte Timmo Scherenberg, einer der Initiatoren, zum Start der Kampagne. „Dass Deutschland jetzt im Rahmen einer EU-Aufnahme bis zu 2.500 Flüchtlinge aus dem Irak aufnehmen will, ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber bei weitem nicht aus. Jetzt geht es darum, die Bundesregierung dazu zu bringen, sich dauerhaft und mit einem substantiellen Beitrag am Aufnahmeprogramm des UNHCR zu beteiligen.“

Am kommenden Donnerstag, den 4. Dezember wird die lokale Save-Me Kampagne in Frankfurt mit einer Auftaktveranstaltung im Club Voltaire, Kleine Hochstr. 5, eröffnet. Matthias Weinzierl von der bundesweiten Save-Me Kampagne wird Konzept und Hintergründe erläutern, anschließend gibt es noch Sekt und Gebäck.

Wichtiger Bestandteil der Kampagne sind die so genannten Patinnen und Paten: Auf der Seite www.save-me-frankfurt.de können sich Unterstützer/innen der Kampagne online mit einem eigenen Statement eintragen und erklären, warum sie sich an der Kampagne beteiligen. Gleichzeitig erklären sie ihre Bereitschaft, Flüchtlinge bei der Integration in die neue Heimat zu unterstützen. Dies kann von einer persönlichen Begrüßung, praktischer Hilfe beim ersten Behördenkontakt bis hin zu einem gemeinsamen Stadtrundgang reichen.

„Wir suchen Menschen, die den Flüchtlingen, wenn sie denn kommen sollten, einen herzlichen Empfang bereiten – in München beispielsweise haben schon fast 1.000 Menschen hierzu ihre Bereitschaft erklärt“ erläuterte Scherenberg das Konzept der Patinnen und Pate. Eine finanzielle Verpflichtung ist mit dieser Bereitschaft nicht verbunden.

Gleichzeitig soll versucht werden, möglichst viele gesellschaftliche Organisationen für die Unterstützung der Kampagne zu gewinnen und wenn möglich auch die Unterstützung des Stadtrates zu bekommen. „In München und Aachen haben sich die Stadtparlamente einstimmig für die Aufnahme von Flüchtlingen ausgesprochen. Wenn sich jetzt bundesweit noch viele weitere Kommunen der Kampagne anschließen, wäre dies ein sehr deutliches Zeichen an die Politik in Berlin. Hierzu möchten wir unseren Teil beitragen“, skizzierte Scherenberg die weiteren Schritte der Kampagne.

Nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge weltweit schafft es, bis in die Industriestaaten zu gelangen. Die übergroße Mehrheit muss unter äußerst prekären Bedingungen in der Nähe der Fluchtregion versuchen, sich das Überleben zu sichern, z.B. in den Nachbarländern von Afghanistan, dem Irak, Somalia, Myanmar oder dem Kongo. Um auch diesen Menschen wirksamen Schutz zu gewähren, versucht das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen jedes Jahr, besonders schutzbedürftige Flüchtlinge in zur Aufnahme bereiten Drittländern anzusiedeln. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten beteiligt sich Deutschland bislang jedoch nicht an diesem Programm.

Die Save-Me Kampagne wird unterstützt von Amnesty International, dem Diakonischen Werk in Hessen und Nassau, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, dem Paritätischen – Gesamtverband, Pro Asyl, Ver.di und vielen weiteren Organisationen und Verbänden. Lokale Save-Me Kampagnen gibt es u.a. bereits in Aachen, Berlin, Heidelberg, München und Rostock.

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