DWHN, 20.06.2010
Diakonie-Chef Gern: Positives Signal im Flüchtlingsschutz setzen
„Resettlement-Programm unbedingt fortsetzen“ –
„Gesicherte Bleibeperspektive fördert Integration“
Frankfurt am Main, 18. Juni 2010
Für die unbedingte Fortsetzung des Resettlement-Programms,
das Aufnahmeprogramm für Flüchtlinge der Vereinten Nationen, durch das
jährlich eine bestimmte Anzahl an Flüchtlingen aus weltweiten
Krisengebieten aufgenommen wird, hat sich Pfarrer Dr. Wolfgang Gern,
Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau,
eingesetzt.
„Wir können und müssen damit ein europaweites positives Signal im
Flüchtlingsschutz setzen, weil hierdurch Flüchtlingen zügig und
nachhaltig ein Neuanfang und ein Leben in Sicherheit eröffnet wird“,
sagte Gern heute in der Weißfrauen-Diakoniekirche in Frankfurt am Main
vor Journalisten.
In Hessen wurden durch das Resettlement-Programm bislang 180
Flüchtlinge aufgenommen. 18 Flüchtlinge leben zurzeit in Einrichtungen
der Diakonie: in der Flüchtlingshilfe Egelsbach und in der
Flüchtlingsunterkunft Grävenwiesbach. „In der Begleitung und Beratung
dieser Familien ist spürbar, wie entlastend die gesicherte
Bleibeperspektive für sie ist und wie sehr dies den Integrationsprozess
fördert“, sagte der Diakonie-Chef weiter.
Schutzbedürftigen Menschen Heimat und Lebensperspektive zu geben,
sei ureigene Aufgabe und ethische Anwaltschaft von Diakonie und Kirche.
Das Resettlement-Programm könne dazu wesentlich beitragen. Im
Unterschied zu anderen Flüchtlingen, die bei der Einreise nach
Deutschland ein langwieriges Asylbewerbungsverfahren mit unsicherem
Ausgang durchlaufen müssen, wird Flüchtlingen aus der
Resettlement-Aufnahme mit der Einreise nach Deutschland bereits eine
Aufenthaltserlaubnis gegeben. Gern sagte weiter: „Die Bleibeperspektive
und der schnelle Zugang zum Arbeitsmarkt sind gute Voraussetzungen für
eine gelingende Integration in Deutschland.“ Im Blick auf die etwa 2500
irakischen Flüchtlinge, die bislang in Deutschland im Rahmen des
Programms angekommen sind, sagte Gern: „Sie können langsam erfahren, was
es heißt, ohne Angst zu leben und Verfolgung, Haft oder gar Folter
überwunden zu haben.“
„Mit Menschenrechtsorganisationen, Wohlfahrtsverbänden und Kirchen
treten wir auch in Zukunft für ein dauerhaftes Resettlement-Engagement
Deutschlands ein“, schloss Gern.

